Treibhausgas-Emissionen nach Emissionshandelssektoren u. Branchen

Etwa die Hälfte der in Deutschland freigesetzten anthropogenen Kohlendioxid-Emissionen aus fossilen Quellen unterliegt dem europäischen Emissionshandel. Im Jahr 2015 waren hierzulande mehr als 1.900 Anlagen emissionshandelspflichtig.

Emissionen in Energie- und Industrietätigkeiten

Das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) unterscheidet auch für die dritte Handelsperiode 2013 bis 2020 in Anhang 1 alle emissionshandelspflichtigen Anlagen in Deutschland nach so genannten Tätigkeiten. Die Abbildung „Verhältnis zwischen den Emissionshandels-Sektoren Energie und Industrie hinsichtlich der erfassten Anlagen und ihrer Emissionsmengen in Deutschland im Jahr 2015“ zeigt das Verhältnis zwischen der Anlagengruppe der Tätigkeiten 2 bis 6 (Energiesektor, siehe auch „Zuordnung nach Tätigkeiten“ weiter unten) und der Tätigkeiten 1 und 7 bis 29 (Industriesektor). Im Jahr 2015 entfielen 332 Millionen Tonnen Kohlendioxid (Mio. t CO2) aus 967 Anlagen auf die energiewirtschaftlichen Tätigkeiten 2 bis 6. Die 922 Anlagen der industriellen Tätigkeiten 1 und 7 bis 29 stießen 123 Mio. t CO2 aus.

Gegenüber der zweiten Handelsperiode 2008 bis 2012 wurde der Anwendungsbereich des Europäischen Emissionshandels in der dritten Handelsperiode 2013 bis 2020 erweitert. Seit 2013 müssen auch Anlagen zur Nichteisenmetallverarbeitung, zur Herstellung von Aluminium, Adipin- und Salpetersäure sowie Ammoniak ihre Emissionen berichten und eine entsprechende Menge an Emissionsberechtigungen abgeben. Außerdem gilt seit der dritten Handelsperiode die Berichts- und Abgabepflicht sowohl für die PFC-Emissionen der Primäraluminiumherstellung als auch für die N2O-Emissionen der Adipin- und Salpetersäureherstellung.

2015 emittierten die 967 emissionshandelspflichtigen Energieanlagen 332 Mio. t Kohlendioxid-Äquivalente, die 922 emissionshandelspflichtigen Industrieanlagen 123 Mio. t. Der Luftverkehr ist in der Abbildung nicht enthalten.
Verhältnis zwischen den Emissionshandels-Sektoren Energie und Industrie ...
Quelle: Umweltbundesamt / Deutsche Emissionshandelsstelle Diagramm als PDF

Zuordnung nach Tätigkeiten und Branchen, TEHG, Anhang 1

Die Tätigkeiten 2 bis 6 zählen zum Umwandlungsbereich oder Energiesektor, in dem aus Brennstoffen wie zum Beispiel Kohle elektrische, thermische oder mechanische Energie gewonnen wird. Diese fünf Tätigkeiten werden zum Sektor „Energie“ gebündelt. Die übrigen Tätigkeiten 1 und 7 bis 29 werden zur übersichtlicheren Darstellung zu den Industriebranchen Raffinerien, Eisen- und Stahlindustrie, Nichteisenmetallindustrie, Mineralverarbeitende Industrie, Papier- und Zellstoffindustrie und Chemische Industrie zusammengefasst.

In der Tabelle „Emissionen der Anlagen in Deutschland nach Branchen“ sind die handelspflichtigen Kohlendioxid-Emissionen der Jahre 2013 bis 2015 sowie der Jahresdurchschnitt der zweiten Handelsperiode 2008 bis 2012 für die Sektoren Energie und Industrie sowie für die Industriebranchen angegeben. Die Energieanlagen übertreffen mit 332 Millionen Tonnen (Mio. t) Kohlendioxid-Emissionen im Jahr 2015 die Emissionen der Industrieanlagen bei Weitem. Die Eisen- und Stahlindustrie ist mit 37 Mio. t Kohlendioxid-Emissionen die Industriebranche mit den höchsten Emissionen in 2015. Von der Erweiterung des Anwendungsbereichs des Emissionshandels sind bis auf die Papier- und Zellstoffindustrie sowie die Raffinerien sämtliche Industriebranchen betroffen.

2015 übertrifft der Energiesektor mit 332 Mio. t Kohlendioxid-Emissionen die Emissionen der Industrie mit 123 Mio. t Kohlendioxid-Äquivalenten. Die Eisen- und Stahlindustrie ist mit 37 Mio. t Kohlendioxid die Industriebranche mit den höchsten Emissionen in 2015.
Tab: Emissionen der Anlagen in Deutschland nach Branchen
Quelle: Umweltbundesamt / Deutsche Emissionshandelstelle Tabelle als PDF
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Schlagworte:
 Emissionshandel  Kohlendioxid-Emissionen  VET-Bericht