Bestandsveränderungen im Energiebereich

Energieträger wie Kohlen, Erdöl oder Erdgas und daraus hergestellte Produkte wie Heizöl werden preis- und nachfrageorientiert beschafft und verbraucht. Neben der Konjunktur und der Temperatur beeinflussen diese Bestandsänderungen den ausgewiesenen Primärenergieverbrauch für das jeweilige Jahr.

Welche Veränderungen werden statistisch erfasst?

Die preis- und nachfrageorientierte Beschaffung und der Verbrauch von Energieträgern durch Unternehmen und Verbraucher wirken sich als sogenannte „Bestandsveränderungen“ auf den Primärenergieverbrauch aus. Veränderung des Bestandes entstehen durch Bestandsentnahmen oder Aufstockungen und werden statistisch entsprechend erfasst. Die Angaben über Bestandsveränderungen beschränken sich auf die beiden Sektoren öffentliche Energieversorgung und Industrie. Aufgrund der Datenlage können hier nur die Primärenergieträger Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erdgas und Naturgase erfasst werden.

Im Bereich Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und übrige Verbraucher werden Bestandsveränderungen von Sekundärenergieträgern statistisch nicht erfasst. Da hier jedoch der Einfluss von Bestandsveränderungen − etwa bei leichtem Heizöl − erheblich sein kann, besonders wenn sie jahresübergreifend erfolgen, wird dieser Effekt anhand von Absatzzahlen und Modellbetrachtungen berücksichtigt.

Die Bestandsveränderungen der Primärenergieträger liegen im Bereich 0 bis 2 Prozent (%) bezogen auf den Primärenergieverbrauch (siehe Abb. „Bestandsveränderungen von Primärenergieträgern und leichtem Heizöl bezogen auf den Primärenergieverbrauch“). Bei Sekundärenergieträgern, wie zum Beispiel leichtem Heizöl, können die Bestandsveränderungen dagegen rund 20 % des Primärenergieverbrauchs ausmachen.

Das Diagramm zeigt für die Jahre 1990 bis 2015 die Bestandsveränderungen für alle Primärenergieträger und leichtes Heizöl. Die Ausschläge bei leichtem Heizöl sind viel größer als bei den Primärenergieträgern.
Bestandsveränderungen von Primärenergieträgern und leichtem Heizöl bezogen auf den PEV
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF