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Chemikalienpolitik und Schadstoffe, REACH

Arzneimittel

Letzte Änderung: 20.10.2011

Workshop Monitoring Arzneimittel

Ergebnisse des UBA-Workshops: Monitoring von Arzneimitteln in der Umwelt – Notwendigkeit, Erfahrungen, und Perspektiven für die Arzneimittelzulassung am 14./15.09.2011

Arzneimittelrückstände in Gewässern sind ein wachsendes Problem. Um mögliche Umweltrisiken zu erkennen und effektvolle Minderungsmaßnahmen ableiten und ergreifen zu können, müssen Arzneimittel und ihre Abbauprodukte zielgerichtet gemessen und erfasst werden.

Sprudelnde Tablette; Andrey Armyagov © fotolia.deRückstände von Human- und Tierarzneimitteln sind mittlerweile in fast allen Oberflächengewässern zu finden – Wirkstoffe wie Diclofenac, Carbamazepin und Sulfamethoxazol werden häufig als Problemstoffe identifiziert. Vereinzelt treten auch Funde in Grund- und Trinkwasser auf. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes hat ergeben, dass allein in Deutschland bisher mehr als 150 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe in verschiedenen Umweltkompartimenten gefunden wurden. Eine Vielzahl dieser Wirkstoffe wie z. B. Hormone, Schmerzmittel und Antibiotika besitzt ein hohes Potential, Umweltorganismen wie Fische und Kleinstlebewesen zu schädigen. Selbst in kleinen Fließgewässern in Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte können in Abhängigkeit vom Abwassereintrag hohe Belastungen mit Arzneimitteln auftreten.

Das Umweltbundesamt hatte am 14. und 15.09.2011 Experten von Länderbehörden, Wissenschaft und Industrie zu einem Workshop eingeladen, um aktuelle Arzneimittel-Messungen aus der Gewässerüberwachung der Bundesländer vorzustellen und Möglichkeiten zu diskutieren, diese Ergebnisse für ein Monitoring in Rahmen der Arzneimittelzulassung zu nutzen. Weiterhin wurde erläutert, welche Stoffe prioritär zu untersuchen wären und ob das chemisch-analytische Monitoring mit Methoden des Biomonitoring, also der Beobachtung von Effekten an Umweltorganismen, gekoppelt werden könnte.

Die Teilnehmer des Workshops waren sich einig, dass ein gezieltes Monitoring für Wirkstoffe mit hoher Umweltrelevanz die Bewertung von Arzneimitten verbessern und deren Umweltsicherheit erhöhen könnte. Problemstoffe können so besser erkannt werden. Die erhobenen Daten sollten auch im Zulassungsprozess von Human- und Tierarzneimitteln Berücksichtigung finden. Darüber hinaus wurde auch auf die stärkere Berücksichtigung des Auftretens und der Wirkung von Metaboliten und Transformationsprodukten betont.

Besonders wichtig ist ein Umweltmonitoring von Altarzneimitteln, die bereits vor der Einführung der Umweltbewertung bei der Zulassung auf dem Markt waren. Daher fordert das Umweltbundesamt seit langem ein systematisches Programm zur Bewertung kritischer Altarzneimittel.

Vorträge

Vortragender und Institution Titel des Vortrages
Ina Ebert, Umweltbundesamt

Monitoring von Arzneimitteln in der Umwelt – ein Werkzeug zur Verbesserung der Umweltrisikobewertung?
Abstract PDF / 21 KB
Präsentation PDF / 433 KB

Dr. Heinz Rüdel, Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie Stoffbezogenes Umweltmonitoring - von der Probennahme zur Datennutzung
Abstract PDF / 19 KB
Präsentation PDF / 562 KB
Dr. Friederike Vietoris, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen Arzneimittelmonitoring nach WRRL und Umweltqualitätsziele
Abstract PDF / 29 KB
Präsentation PDF / 1,12 MB
Dr. Uwe Dünnbier, Berliner Wasserbetriebe Arzneimittel als Targets im Wasserkreislauf
Abstract PDF / 27 KB
Präsentation PDF / 2,80 MB
Konstanze Bruns, Stefan Wilhayn, Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt Arzneimittel-Monitoring in Gewässern Sachsen-Anhalts – Ergebnisse Gewässer-überwachungsprogramm / Analytik
Abstract PDF / 22 KB
Dr. Alexander Bachor, Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern Arzneimittelbefunde in Gewässern des dünnbesiedelten Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern
Abstract PDF / 137 KB
Präsentation PDF / 5,57 MB
Christian Skark, Institut für Wasserforschung GmbH Dortmund Monitoring von Arzneimitteln und organischen Spurenstoffen in der Ruhr
Abstract PDF / 20 KB
Präsentation PDF / 1,45 MB
Markus Lehmann, Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg Messprogramme zu Arzneimitteln in Fließgewässern Baden-Württembergs
Abstract PDF / 20 KB
Präsentation PDF / 675 KB
Dr. Marion Letzel, Bayerisches Landesamt für Umwelt Auftreten und Verhalten von humanen Arzneimittelmetaboliten im Wasserkreislauf
Abstract PDF / 29 KB
Präsentation PDF / 4,84 MB
Dr. Arne Wick, Bundesanstalt für Gewässerkunde Transformation von Arzneimitteln in der Umwelt und Konsequenzen für die Zulassung
Abstract PDF / 22 KB
Präsentation PDF / 2,41 MB
Dr. Axel Bergmann,Dr. Frank-Andreas Weber, IWW Rheinisch Westfälisches Institut für Wasser Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH Aktueller Überblick über die Messdaten aus der Literatur und Priorisierung
Abstract PDF / 20 KB
Präsentation PDF / 980 KB
Dr. Dirk Jungmann, Technische Universität Dresden Möglichkeiten und Grenzen des Biomonitoring von Arzneimitteln
Abstract PDF / 19 KB
Präsentation PDF / 715 KB
Prof. Dr. Rita Triebskorn, Universität Tübingen und Steinbeis-Transferzentrum für Ökotoxikologie und Ökophysiologie Rottenburg Komplexes Biomonitoring von Schadstoffwirkungen inclusive Arzneimittelwirkungen am Beispiel des Projektes „Schussenaktiv
Abstract PDF / 21 KB
Präsentation PDF / 1,26 MB
Dr. Stefan Effkemann, Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Arzneimittelrückstände in Fischen – Ergebnisse aus der Lebensmittelüberwachung
Abstract PDF / 21 KB
Dr. Ines Rönnefahrt, Umweltbundesamt Regulatorische Anforderungen, Erfahrungen und offene Fragen
Abstract PDF / 21 KB
Präsentation PDF / 519 KB
Dr. Thomas Knacker
ECT Oekotoxikologie GmbH, Flörsheim am Main
Notwendigkeit eines Arzneimittel-Monitorings aus wissenschaftlicher Sicht am Beispiel von PBT-Stoffen
Abstract PDF / 69 KB
Dr. Sabine Gärtner, BMU; Dr. Klaus Günter Steinhäuser, Umweltbundesamt Grußwort PDF / 47 KB

Poster

Autor des Posters und Institution Titel des Posters
Riccardo Amato
Umweltbundesamt
Communication - a tool to reduce the exposure of pharmaceuticals in the environment! PDF / 18 KB
Petra Apel et al.
Umweltbundesamt
Analyse von Fischproben der Umweltprobenbank auf Malachitgrün/Leukomalachitgrün PDF / 22 KB
Anka Bartczak et al.
Department Ökologische Chemie, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, Leipzig
Zeitintegrierte Erfassung von Arzneistoffen im Abwasser mit dem Chemcatcher® PDF / 22 KB
Silvia Berkner et al.
Umweltbundesamt Dessau
Metabolites and Transformation products in the Environmental Risk Assessment of Pharmaceuticals PDF / 20 KB
Andrea Boerger et al.
Institut für Energie- und Umwelttechnik e. V., IUTA (Institute of Energy and Environmental Technology), Duisburg, Germany
Untersuchungen zur Bewertung und Vermeidung von toxischen Oxidationsnebenprodukten bei der oxidativen Abwasserbehandlung PDF / 21 KB
C. Kevin Chamblis et al.
Center for Reservoir and Aquatic Systems Research, Baylor University, Waco TX USA
Determination of Pharmaceuticals and Personal Care Products in Fish from the German Environmental Specimen Bank PDF / 39 KB
Dirk Groh
Umweltbundesamt
UFORDAT – Umweltforschung im Überblick PDF / 18 KB
Annegret Hembrock-Heger et al.
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Recklinghausen
Tierarzneimittel in Gülle-gedüngten Böden und oberflächennahem Grundwasser in Nordrhein-Westfalen PDF / 28 KB
C. Kienle et al.
Swiss Centre for Applied Ecotoxicology, Eawag/EPFL, Dübendorf, Switzerland
Evaluation of Municipal Wastewater Quality after Different Advanced Treatment Technologies Using In Vitro and In Vivo Bioassays PDF / 22 KB
Jörg Klasmeier et al.
Universität Osnabrück, Institut für Umweltsystemforschung, Osnabrück
Georeferenzierte Expositions-Modellierung ermöglicht effizientes Monitoring in Einzugsgebieten PDF / 18 KB
Marion Letzel et al.
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Wielenbach
Arzneimittelmetaboliten in der Umwelt: Eintrag, Auftreten und Verbleib von Ritalinsäure im aquatischen System PDF / 19 KB
Christian Skark
Institut für Wasserforschung GmbH, Schwerte
Organische Spurenstoffe in der Ruhr - Ergebnisse des Monitorings der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr PDF / 19 KB
Branislav Vrana et al.
Slovak National Water Reference Laboratory, Water Research Institute, Bratislava, Slowakei
Internationaler Ringversuch zum Einsatz von Passivsammlern beim Monitoring von Arzneistoffen und anderen neuaufkommenden Schadstoffen im Klärwerksabfluß - Eine Aktivität des NORMAN-Netzwerkes und des EU Joint Research Centre zur technischen Umsetzung der EU-WRRL PDF / 21 KB
Gerd Maack
Umweltbundesamt
Ibuprofen: An Early Life-Stage Toxicity Test with the Fathead Minnow (Pimephales promelas) PDF / 14 KB

Ergebnisse

Weitere Informationen

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