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Boden und Altlasten

Entwicklung eines Prüfkonzeptes zur Erfassung der tatsächlichen Verdichtungsgefährdung landwirtschaftlich genutzter Böden
UFOPLAN -Projekt FKZ 3707 71 202

Letzte Änderung: 09.03.2011

Bodenverdichtungen in der Landwirtschaft stellen eine Gefährdung von Bodenfunktionen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen dar. Insbesondere unterhalb der Lockerungstiefe, im Unterboden von ca. 30 - 60 cm Bodentiefe, können sich Verdichtungen akkumulieren und die Bodenfunktionen beeinträchtigen.

Die Folgen eines geschädigten Bodengefüges können sehr vielschichtig sein: Verdichtete Böden neigen stärker zur Vernässung, da das Niederschlagswasser nicht schnell genug abgeführt wird und bei einer Wasserauffüllung des Porensystems die Bodenluft schnell verdrängt wird. Ein dadurch verringertes Sauerstoffangebot kann das Wurzelwachstum und den Ertrag beeinflussen.

Eine reduzierte Wasseraufnahme und Grundwasserneubildung fördern den Oberflächenabfluss und die Erosion. Bei extremen Niederschlägen kann die Bodenverdichtung deshalb auch das Auftreten von Hochwasserereignissen fördern. Vernässte Böden haben auch eine höhere Emission an Lachgas, Methan und Kohlenwasserstoffen und können damit zum Klimawandel beitragen.

Im Bundes-Bodenschutzgesetz wird gefordert, Bodenverdichtungen im Rahmen der guten fachlichen Praxis so weit wie möglich zu vermeiden. Regelungen zur Gefahrenabwehr in der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung gibt es bisher nicht, da eine Festlegung auf Prüf- und Maßnahmenwerte noch nicht erfolgen konnte.

Daher ist es besonders wichtig, Bodenverdichtungen durch die Vorsorge effektiv vorzubeugen. Es fehlt jedoch bisher an Konzepten zur Ableitung vorsorgender Handlungsempfehlungen, die sowohl das standortspezifische Risiko als auch die Belastungsfaktoren durch die landwirtschaftliche Verfahrenstechnik berücksichtigen. Daher sind die Empfehlungen zur guten fachlichen Praxis sehr allgemein und beschränken sich oft auf die Einstellung eines vom Reifenhersteller empfohlenen Reifeninnendruckes.

Mit solchen Empfehlungen können aber sowohl den standörtlichen Unterschieden als auch den Wirkungen der Fahrzeugmassen auf die Bodenbelastung im Unterboden nicht Rechnung getragen werden. Die Forderungen des Bundes-Bodenschutzgesetzes werden deshalb derzeit nur unvollständig erfüllt.

Ziel des Projektes war es, den Bodenschutz vor Verdichtungen auf eine bodenphysikalisch fundierte Grundlage zur Abschätzung der tatsächlichen, standortabhängigen Verdichtungsgefährdung zu stellen.

Folgende Schwerpunkte wurden bearbeitet:

  • Herleitung und Darstellung der potenziellen mechanischen Verdichtungsempfindlichkeit aus Bodenkarten
  • Bewertung des Einflusses der Bodenfeuchte auf die mechanische Verdichtungsempfindlichkeit
  • Bewertung der momentanen Gefügeeigenschaften anhand von Indikatoren
  • Herleitung der Gefährdung von Bodenfunktionen aus Bodenkarten
  • Herleitung des verfahrensabhängigen Bodendruckes im Unterboden

Bei nassen bis sehr feuchten Bodenverhältnissen besteht für die gesamte deutsche Ackerfläche (zwei Drittel in den Klassen sehr hoch / hoch) die Gefahr der Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit bzw. die Gefahr, langfristig die Schwellenwerte der Schadkriterien zu überschreiten.

Für die Feuchte von 80 % der Feldkapazität verteilt sich die Gefahr zu je einem Drittel auf die Klassen hoch, mittel und gering. Da die Klasse mittel für die Beratung relevant ist, muß davon ausgegangen werden, dass unter realen Feuchteverhältnissen auf mindestens der Hälfte der Ackerfläche Beratungsbedarf besteht.

Im Ergebnis des Vorhabens liegt nunmehr eine Bestandaufnahme für die Unterböden der Ackerflächen von Deutschland vor, die den bundesweiten Handlungsbedarf ausweist und eine Methodik zur Ableitung konkreter Maßnahmen zur Verfügung stellt.

Was für die Beratungspraxis fehlt, sind aktuelle, die Standort- und Witterungsverhältnisse berücksichtigende Informationen zur Bodenfeuchte und Informationen über technikbedingte Bodendrücke im Unterboden.

Weitere Informationen

 

 

 

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