Letzte Änderung: 04.03.2010
Der Boden des Jahres wird alljährlich vom Kuratorium „Boden des Jahres” der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft und des Bundesverbandes Boden proklamiert.
Seit dem Jahr 2002 ist der 5. Dezember der Internationale Tag des Bodens. Sein Ziel ist, der Öffentlichkeit die Bedeutung der Lebensgrundlage "Boden" näher zu bringen. Im Jahr 2009 wird es am 3. und 4. Dezember in Berlin Veranstaltungen zu den Themen „10 Jahre Bundes-Bodenschutzgesetz”, Vorstellung zum „Boden des Jahres 2010” und zum Themenschwerpunkt „Flächenverbrauch – jetzt handeln” geben.
Mit dem Klimawandel wird die Bedeutung des Bodens als Speicher oder Quelle für Klimagase zunehmen. Ist es möglich, Kohlenstoff künstlich im Boden anzureichern sowie die kohlenstoffreichen Böden zu schützen?
Forschungsergebnisse zeigen Möglichkeiten Kohlenstoff im Boden langfristig zu speichern und gleichzeitig die Flächenproduktivität zu erhöhen.
Auf einer Fachtagung am 19. und 20. November 2009 in Dessau werden Lösungswege für die Schließung von Stoffkreisläufen vorgestellt und diskutiert.
Rund die Hälfte der Fläche in Deutschland wird landwirtschaftlich genutzt. Dies reicht schon heute nicht aus, um unseren Verbrauch an landwirtschaftlichen Produkten (Nahrungsmittel und Biomasse) zu decken. Etwa ein Fünftel zusätzliche Anbaufläche benötigen wir im Ausland. Eine Ausweitung der Biomassenutzung in Deutschland würde unseren Flächenbedarf im Ausland weiter erhöhen. Ackerland muss deshalb geschützt werden und darf nicht weiter durch Zersiedelung verloren gehen.
Das Klima beeinflusst die Entwicklung von Böden, die Bodeneigenschaften und die Bodenfunktionen. Die seit dem 17. Dezember 2008 vorliegende Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) bestätigt diese Aussagen. Bis März 2011 ist die Konkretisierung der DAS durch einen „Aktionsplan Anpassung” vorgesehen. BMU/ UBA fördern Projekte zur Erarbeitung der fachliche Grundlagen im Hinblick auf das Schutzgut Boden.
Da Kupfer nicht abbaubar ist, reichert sich das Schwermetall bei langjähriger Anwendung kupferhaltiger Pflanzenschutzmittel im Boden an. Der Bericht dokumentiert die in Labor- und Freilandstudien beschriebenen schädlichen Auswirkungen der Kupferanreicherung auf das Bodenleben. Die Informationen untermauern die grundsätzlich ablehnende Haltung des Umweltbundesamtes zum Einsatz von Kupfer im Pflanzenschutz.
Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt legen die Ergebnisse eines Forschungsvorhabens zu „Ursachenforschung und Limitierungsstrategien für zunehmende Kupfergehalte in Bioabfällen” vor. Es werden die mehrjährigen Untersuchungen von 378 ausgewählten Bioabfallkompostierungsanlagen ausgewertet, entsprechende Eintragspfade für Kupfer aufgedeckt sowie Möglichkeiten zur Reduzierung dieser Einträge vorgestellt.
Durch die geplante EU-Bodenrahmenrichtlinie ist für Deutschland kein bedeutender zusätzlicher Verwaltungsaufwand zu erkennen. Insbesondere führen die vorgesehenen Regelungen nicht zu gewichtigen Änderungen des geltenden deutschen Bodenschutzrechts.
Die BBodSchV fordert Angaben zur Messunsicherheit von Bodenuntersuchungen. Der FBU hat zwei neue Dokumente dazu veröffentlicht. Auch ist zur Bewertung der Gleichwertigkeit von unterschiedlichen Messverfahren ein Leitfaden erschienen.
Als Folge der Diskussion um Dioxin- und dl-PCB-Funde in der Umwelt hatte das BMU zu einem Fachgespräch am 7. April 2009 eingeladen. Ziele der Veranstaltung waren eine Bestandsaufnahme der Belastungen von Böden, die sich auch auf die Futtermittel- und Lebensmittelsicherheit auswirken, sowie die Koordinierung des weiteren Vorgehens von Bund und Ländern. In diesem Bericht werden die Stellungnahmen der Länder dargestellt und ausgewertet.
Kommission Bodenschutz legt Empfehlungspapier vor
Die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (KBU) hat am Internationalen Tag des Bodens eine Vortragsveranstaltung zum Thema Flächenverbrauch durchgeführt. Trotz einer leichten Senkung des Flächenverbrauchs auf 104 ha pro Tag ist Deutschland noch weit vom Nachhaltigkeitsziel von 30 ha pro Tag entfernt. In dem Papier „Flächenverbrauch vermindern – jetzt handeln” schlagen Fachleute einen Handel mit Flächenkontingenten vor.
Vom 15. September bis 31. Oktober führte das UBA eine Internetkonsultation durch, um die Meinung der interessierten Öffentlichkeit und der Fachleute zu relevanten Fragen des Bodenschutzes zu erfahren. Die Auswertung Ihrer Zuschriften wird in die Dokumentation über die Fachtagung zum Weltbodentag „Boden – nicht erneuerbare Ressource”, die am 3./4. Dezember stattfinden wird, eingearbeitet und zusammen veröffentlicht. Die Tagungsdokumentation können Sie an dieser Stelle Anfang 2010 erwarten.
Welches sind die aktuell größten Gefahren für unsere Böden, die von der Landwirtschaft ausgehen? Dietrich Schulz beantwortet Fragen der "Berliner Zeitung".
Sie möchten wissen, wie viel CO2 oder wie viel Abfall der Industriebetrieb nebenan erzeugt? Seit 2008 müssen große Industriebetriebe über ihre Schadstofffreisetzungen in Luft, Wasser und Boden sowie über Schadstoffe im Abwasser und die entsorgten Abfallmengen berichten. Diese Informationen stehen allen Bürgerinnen und Bürgern seit dem 3. Juni 2009 im Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister (PRTR) Deutschland kostenlos über das Internet zur Verfügung.
Klärschlämme können eine Vielzahl von Krankheitserregern enthalten. Trotzdem gibt es bei der Verwertung von Klärschlämmen in der Landwirtschaft noch keine Hygieneanforderungen an sie. Das Gutachten im Auftrag von BMU und UBA dokumentiert den aktuellen Wissensstand und zeigt Möglichkeiten für die Einführung strengerer Hygienevorschriften bei der bevorstehenden Novellierung der Klärschlammverordnung auf.
Der Boden des Jahres wird alljährlich vom Kuratorium „Boden des Jahres” der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft und des Bundesverbandes Boden proklamiert.
In einem vom UBA geförderten Vorhaben wurde erstmals eine bundesweite Auswertung von Bodendaten zur Verdichtungsgefährdung durchgeführt. 50 % unserer Ackerfläche weisen im feuchten Zustand eine so hohe potenzielle Verdichtungsempfindlichkeit auf, dass sie durch den Druck von Landmaschinen bis in den Untergrund verdichtet werden können.
Ein Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes ermittelte, inwieweit Schadstoffeinträge durch Bodenbewirtschaftung und atmosphärische Depositionen zu unerwünschten Anreicherungen von Schadstoffen in Böden führen können. Unerlässlich ist es auch künftig, Schadstoffeinträge in Böden über die bisherigen Regelungen hinaus weiter zu reduzieren.
Prionen sind infektiöse Eiweißpartikel, die z.B. BSE bei Kühen oder Scrapie bei Schafen hervorrufen. Wie lange Prionen im Boden überleben, untersuchte das Fraunhofer Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes. In den Boden eingebrachte Scrapie-Erreger blieben unter natürlichen Witterungsbedingungen über 29 Monate infektiös. Eine Gefährdung des Menschen ist nicht gegeben.