Letzte Änderung: 18.04.2012
Wie der Boden es macht, dass Pflanzen wachsen oder das Wasser sauber wird, können Vor- und Grundschulkinder spielend nach den Regeln eines Memoryspiels lernen. 24 Bildmotive zeigen, wie Boden entsteht und wie schön er sein kann. Das Spiel ist kostenfrei und für Institutionen sowie schulische und außerschulischen Kinder- und Jugendeinrichtungen gedacht, die in der Umweltbildung tätig sind.
Genau wie unsere Haut braucht Boden Luft zum Atmen. In Europa werden aber täglich 275 Hektar fruchtbarer Boden versiegelt, zum Beispiel durch den Bau von Häusern oder Straßen. Alle zehn Jahre kommt so eine Fläche in der Größe von Zypern zusammen. Wie wichtig Bodenschutz ist, zeigen zwei aktuelle Berichte der Europäischen Kommission.
„Boden-Dauerbeobachtung“ erfolgt bundesweit an 800 ausgewählten Orten in der Regie der Bundesländer. Seit Ende der 80er Jahre werden wiederholt Messungen zur Ermittlung der Bodenqualität durchgeführt. In dem Forschungsprojekt wurde eine Codierung zur Dokumentation von Methoden und Analyseverfahren entwickelt sowie Zusammenhänge und Trendentwicklungen anhand eines länderübergreifenden Datensatzes aufgedeckt. Das Projekt unterstreicht die Fortsetzung des Programms und gibt Empfehlungen für die Zukunft.
Der Boden des Jahres wird alljährlich vom Kuratorium „Boden des Jahres“ der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, dem Bundesverband Boden und dem ITVA proklamiert. Im Jahr 2012 ist es das Niedermoor unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg.
Wer sich beim Reisen für Muschelkalk, Moore oder Buntsandstein interessiert,bekommt jetzt wieder einen spannenden Begleiter: den aktualisierten UBA-Reiseführer „Die Böden Deutschlands“. Ob Gletschermoränen in Bayern oder Eiszeitprofile in Brandenburg, der Band bietet Wandertipps zu vielen interessanten Bodenorten in den 16 Bundesländern und erklärt ihre geographischen Besonderheiten.
Auf Einladung des UBA haben im September 2011 internationale Wissenschaftler und politische Kompetenzträger den „Berlin Call for Action“ verabschiedet, der darauf hinweist, dass es ohne fruchtbare Böden kein Leben gibt. Er fordert, dass auf internationaler Ebene entschiedener gegen vermeidbare Verluste von Bodenfruchtbarkeit vorgegangen werden muss. Deshalb soll ein Thema des Weltnachhaltigkeitsgipfels Rio+20 die nachhaltige Bodennutzung sein.
Einen Überblick zum Stand des Wissens über die Transferwege von Dioxinen, PCB und dioxinähnlichen PCB in die Umwelt bis in die Nahrungskette und zum Menschen gibt eine Literaturstudie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf den Boden als Senke und Quelle der Schadstoffe gelegt.

Was ermöglicht ‚unser täglich Brot‘ und wird national wie international immer knapper? Boden, Ackerland, fruchtbare Erde! Nur, auf der Welt leben immer mehr Menschen, vielerorts verändern sich die Konsumgewohnheiten, zusätzlich steigt der Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen, zum Beispiel für die Energieerzeugung. Folglich steigt die Nachfrage nach Boden. Das Dilemma: Der gegenwärtige Verlust an fruchtbarem Land schreitet wesentlich zügiger voran als die natürliche Regeneration. Boden wird dadurch zu einer begehrten Ware und einem Spekulationsobjekt.
Das Positionspapier der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz zur Berücksichtigung der natürlichen Schadstoffminderung bei der Altlastenbearbeitung wurde vom UBA jetzt ins Englische übersetzt. Das Positionspapier zeigt die in Deutschland vorhandenen Erkenntnisse und Herangehensweisen auf und gibt Empfehlungen für die Praxis.
Die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zeigen:
Die Erosionsgefährdung durch Wasser in Deutschland ist ein Problem, dem aufgrund des Klimawandels eine noch stärkere Bedeutung beigemessen werden muss. Der Bericht weist Regionen aus, in denen das Erosionspotenzial zunimmt. Darüber hinaus enthält er Handlungsstrategien zur Verminderung der Bodenerosion durch eine angepasste Wirtschaftsweise.
Der hohe Flächenverbrauch in Deutschland kann eingedämmt werden, wenn wir für neue Bauvorhaben auf Brachflächen statt auf die „Grüne Wiese“ gehen. Um diese wieder neu zu nutzen, müssen vorab die planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Ein Sanierungsplan nach Bundes-Bodenschutzgesetz kann diesen Prozess beschleunigen. Das UBA hat gemeinsam mit der Fa. HPC HARRESS PICKEL CONSULT AG im Rahmen eines Forschungsvorhabens des BMBF eine Broschüre erarbeitet, in der dafür geworben wird.
In einem vom UBA geförderten Vorhaben wurde erstmals eine bundesweite Auswertung von Bodendaten zur Verdichtungsgefährdung durchgeführt. 30 % unserer Ackerfläche weisen eine so hohe Verdichtungsgefährdung auf, dass durch den Druck von Landmaschinen bis in den Untergrund langfristig eine Beeinträchtigung der Böden zu erwarten ist.
Etwa 167 Tonnen Uran werden pro Jahr in Deutschland mit Düngemitteln auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht, teilweise ins Grundwasser ausgewaschen und können so zu einer gesundheitsgefährdenden Belastung des Trinkwassers führen. Die Kommission Bodenschutz (KBU), die das UBA in Fragen des Bodenschutzes berät, empfiehlt deshalb, den Urangehalt in Düngern gesetzlich zu begrenzen. Das UBA schließt sich dieser Empfehlung an und fordert kurzfristig die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für uranhaltige Dünger.
Der 5. Dezember ist der Internationale Tag des Bodens. Weltweite Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und die Rolle als Speicher für klimawirksames CO2 rücken die Böden in den Mittelpunkt der internationalen Wahrnehmung. Am 5./6. Dezember 2011 wurde der Boden des Jahres 2012 präsentiert und der „Peak Soil“ mit Fachvorträgen näher beleuchtet.
Am 13./14. Oktober 2011 fand in Berlin eine Veranstaltung des Umweltbundesamtes statt, auf der 100 Experten/-Innen aus der Wissenschaft, von Umwelt- und Gesundheitsbehörden sowie aus der Praxis der Landwirtschaft neue Erkenntnisse zu den Ursachen der Belastung der Umwelt mit Dioxinen und Polychlorierten Biphenylen (PCB) und zu deren Transfer in Futter- und Lebensmittel vorstellten. Es wurden Minderungsstrategien und Handlungskonzepte diskutiert.
23 Hektar Wüste produziert der Mensch laut Angaben der UN pro Minute. Oft durch eine falsche Bewirtschaftung. Dabei sind wir für 90 Prozent unserer Lebensmittel auf fruchtbare Erde als Anbaufläche angewiesen. „Wir haben unsere Böden viel zu lange vernachlässigt.“ sagte UBA-Vizepräsident Holzmann zum Tag des Bodens am 5. Dezember 2011. Internationale Anstrengungen und klare, verbindlichen Regeln sind notwendig, um unsere Böden wirksam zu schützen.
Das Klima beeinflusst die Entwicklung von Böden, die Bodeneigenschaften und die Bodenfunktionen. Die seit dem 17. Dezember 2008 vorliegende Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) bestätigt diese Aussagen. Am 31. August 2011 hat das Bundeskabinett einen Aktionsplan Anpassung (APA) zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel beschlossen. BMU/ UBA fördern Projekte zur fachlichen Ausgestaltung und Umsetzung des APA im Hinblick auf das Schutzgut Boden.
Von Deutschlands Böden, Jahr für Jahr Garant für ausreichende Erntemengen und gesunde Nahrungsmittel, konnten 2010 z.B. 24 Mio. Tonnen Weizen geerntet werden. Saisonale Wetterextreme, aber auch langfristig verträgliche Bodennutzung werden die Erntemengen kommender Generationen bestimmen.
Wo, von wem und wie intensiv Landflächen genutzt werden, sagt viel über ihre Belastung durch uns Menschen: Wenn einst bewaldete Flächen plötzlich Agrarland werden, lässt das beispielsweise Rückschlüsse auf die Intensivierung der Landwirtschaft zu. Das Projekt CORINE Land Cover (CLC) stellt seit dem Jahr 1990 einheitliche und damit aus Satellitenbildern abgeleitete vergleichbare Informationen über die Landnutzung und Landbedeckung europaweit zusammen. 37 europäische Staaten haben nun ihre Datenbasis für das Referenzjahr 2006 aktualisiert und die Änderungen zwischen 2000 und 2006 erfasst. In Deutschland koordinierte das DLR die Erhebung im Auftrag des UBA.
Das Joint Research Center (JRC), die gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission, stellt im Europäischen Atlas der Boden-Biodiversität erstaunliche Bodenorganismen und deren Funktionen im Boden zusammen.
1. Der Verlust von Biodiversität und der Klimawandel sind zwei wesentliche Probleme unserer Zeit. Die Erhaltung der Boden-Biodiversität ist Teil der Lösung beider Probleme.
2. Das Hauptziel des vorliegenden Atlasses ist die Information der breiten Öffentlichkeit, der Politiker, Bodennutzer, Lehrer und der wissenschaftlichen Community über die einzigartigen Phänomene des Bodenlebens, die Verbesserung des Bewusstseins ihres ökologischen Wertes und der globalen Wichtigkeit.
3. Boden enthält etwa ein Viertel bis ein Drittel aller lebenden Organismen unseres Planeten, aber bisher ist nur etwa 1 Prozent der Bodenorganismen identifiziert, im Gegensatz zu 80 Prozent der Pflanzenarten.
4. Die meisten Prozesse und Funktionen der terrestrischen Ökosysteme (z.B. Bodenfruchtbarkeit, Nährstoffkreisläufe, Treibhausgasemissionen, Abbau schädlicher Stoffe, Antibiotika) hängen vom Funktionieren der Bodenbiologie ab. Allerdings sind diese Prozesse sehr komplex und schwierig zu beobachten (geringe Größe, meist im Boden verborgen). Daraus resultiert die Gefahr: Aus den Augen – aus dem Sinn!
5. In der thematischen Strategie EU zum Bodenschutz wurde festgestellt, dass die Bodenverschlechterung und die damit verbundenen negativen Effekte auf die Bodenbiologie eine Gefahr für das Funktionieren der Ökosysteme darstellt.
6. Die Anstrengungen zum Schutz von Lebensräumen im Boden haben demzufolge auch positive Effekte auf die Lebensräume auf dem Boden.
Für die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Boden-Dauerbeobachtung ist der reibungslose Austausch von Daten unerlässlich. In Zukunft werden europäische Anforderungen an die Verfügbarkeit von Informationen aus der Umweltbeobachtung einen Standard erfordern, der derzeit noch nicht existiert. Im Zuge dessen veröffentlicht das UBA sein XML- Schema zur Vereinfachung des Austauschs entsprechender Daten.
Der hohe Flächenverbrauch in Deutschland kann eingedämmt werden, wenn wir für neue Bauvorhaben auf Brachflächen statt auf die „Grüne Wiese“ gehen. Dass Flächenrecycling sich (fast) immer und überall für alle Beteiligten lohnen kann, zeigt eine Studie im Auftrag des UBA, in der am Beispiel alter Bahnflächen die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Nutzungsoptionen bewertet wurde. Die Studie gibt Handlungsempfehlungen für die am Flächenrecycling Beteiligten.
Ist der Boden in seinen natürlichen Funktionen einmal zerstört oder kontaminiert, ist er kaum wieder herstellbar oder muss aufwändig saniert werden. Der nachsorgende Bodenschutz umfasst alle administrativen und technischen Konzepte, Maßnahmen und Verfahren, die Böden wieder „heilen” sollen. Welche Dimension hat dieses Problem in Deutschland und was sagen uns die Zahlen in den Katastern? Wie ist der Bodenschutz rechtlich geregelt? Welche Handlungsoptionen stehen zur Verfügung und wie laufen Sanierungsmaßnahmen ab?
Durch die geplante EU-Bodenrahmenrichtlinie ist für Deutschland kein bedeutender zusätzlicher Verwaltungsaufwand zu erkennen. Insbesondere führen die vorgesehenen Regelungen nicht zu gewichtigen Änderungen des geltenden deutschen Bodenschutzrechts.