Letzte Änderung: 07.09.2010
Teilversiegelung durch Straßenpflaster
Foto: UBA/Marahrens

Profil einer Pseudogley-Parabraunerde
aus Löß in Südniedersachsen
Foto: UBA/Marahrens
Flächenverbrauch bedeutet die Umwandlung von unbebauten landwirtschaftlich genutzten Flächen wie Acker oder Grünland in Wohn-Verkehrs- und Wirtschaftsflächen. Der Verbrauch geht einher mit der völligen oder teilweisen Versiegelung, also dem Bedecken des Bodens mit Bauwerken wie Straßen, Wegen, Häusern, Gewerbe- und Industrieanlagen.
Mit der Versiegelung sind ein völliger Verlust der Bodenfunktionen und eine Zerstörung des Bodens verbunden, da alle Prozesse der Bodenbildung und des Stoffumsatzes gestoppt werden. Die teilweise Versiegelung mit geeigneten Materialien bedeutet im Zuge von Baumaßnahmen einen erheblichen Einfluss auf die Bodenstruktur und die Eigenschaften des humosen Oberbodens. Jedoch werden langfristig die Prozesse, insbesondere der Beitrag zur Grundwasserneubildung und die Minderung von Hochwasserspitzen nicht gestoppt.
Eine zusätzliche Begleiterscheinung des Flächenverbrauchs und des weiteren Ausbaus von Verkehrswegen ist die Parzellierung und Verinselung von Landschaften und Lebensräumen, die für viele Tierarten und Lebensgemeinschaften einen Verlust und eine Gefahr darstellt.
Die Versiegelung sorgt gegenüber Offenlandbereichen für erhöhte Temperaturen und eine Verschlechterung des Humanklimas. In Innenstadtbereichen sind die Temperaturen an Sommertagen im Mittel um 1° - 5°C erhöht.
Der tägliche Flächenverbrauch in Deutschland liegt mit leicht abnehmender Tendenz derzeit bei ca. 100 Hektar (ha) am Tag. Diese Fläche entspricht einem Quadrat mit einer Kantenlänge von 1 Kilometer oder ca. 100 Fußballfeldern. Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist die tägliche Umwidmung von unversiegelten Flächen bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar am Tag zu senken!