Letzte Änderung: 10.08.2010
Kohlekraftwerk im Süden von Halle (Saale)
Foto: UBA/Marahrens

Profil eines Pelosol unter Wald in
Südniedersachsen - Foto: UBA/Marahrens
Alle Stoffe, die auf natürlichem Wege oder in Folge einer anthropogenen Entstehung in die Atmosphäre gelangen, werden als Emissionen bezeichnet und nach unterschiedlicher Verweildauer wieder auf der Erdoberfläche abgelagert.
Diese Emissionen entstammen der Verbrennung fossiler Energieträger aus Verkehr, Industrie und privaten Haushalten oder aus der landwirtschaftlichen Nutzung.
Mit dem Niederschlag, der sogenannten nassen Deposition und dem Staubeintrag, der trockenen Deposition erfolgt die Ablagerung der partikelgebundenen oder gasförmigen Luftinhaltsstoffe auf Boden-, Pflanzen- und Wasseroberflächen.
Neben der Deposition von anorganischen und organischen Schadstoffen kommt der Ablagerung von Säurebildnern eine große Bedeutung zu.
Die Emission von Schwefeldioxid und Stickoxiden mit den Umwandlungsprodukten Schwefel- und Salpetersäure sind für die tief reichende Versauerung der Böden verantwortlich zu machen. Der „Saure Regen” der 80 Jahre war vor allem auf die Emission des Schwefeldioxid (SO2) zurückzuführen. Aufgrund von technischen Luftreinhaltemaßnahmen ist diese Quelle weitgehend beseitigt, jedoch weisen vor allem die Waldböden besorgniserregend niedrige pH-Werte auf, die mit vielfältigen Folgen verbunden sind. Bei derartigen pH-Werten reicht die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen grundsätzlich nicht mehr aus. Die neuartigen Waldschäden basieren auf einem Bündel von Ursachen.
Der natürliche Prozess der Versauerung wird durch die Nachlieferung von Nährstoffionen bei der Gesteinszersetzung und die Pufferkapazität des Bodens auf einem stabilen Niveau gehalten, so dass in Verbindung mit der Nährstoffnachlieferung aus der Zersetzung organischer Substanz ein Gleichgewicht bei der Nährelement-Versorgung bestehen bleibt.
Aufgrund des hohen Stickstoffeintrages, der neben dem Verkehr vor allem durch die landwirtschaftliche Nutzung erfolgt, kommt es zu einer selektiven Überversorgung und damit zur Verlagerung der im Boden mobilen Umwandlungsprodukte. Vor allem die Verlagerung des Nitrats in das Grundwasser ist dabei ein vorrangiges Problem.
Zur Erfassung und Bewertung des stofflichen Bodenzustandes auf bundesdeutscher Maßstabsebene ist aus Sicht des Bodenschutzes ein Beobachtungsnetz nötig, mit dessen Hilfe die Größenordnung des Eintrags und die zeitliche Veränderung überwacht wird. Diesem Anspruch wird in Deutschland das Bodendauerbeobachtungsprogramm der Bundesländer und die Bodenzustanderhebung im Wald gerecht. Mit Hilfe dieser Programme wird sowohl der Zustand der Ackerböden als auch der Zustand der Böden unter Wald beobachtet.
Damit die beobachtete Belastung von der natürlichen Stoffbelastung unterschieden werden kann, gibt es die sogenannten Hintergrundwerte, auf deren Basis der Stoffzustand von Böden bewertet werden kann.
Für eine Abschätzung der Minderung von Stoffeinträgen und die Bewertung der weiteren Belastbarkeit der Böden und Ökosysteme gibt es den Critical Loads/ Level Ansatz (CL).