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Boden

Bodeninformationssystem des Bundes (BIS)

Letzte Änderung: 23.04.2012

Das BBodSchG eröffnet dem Bund die Möglichkeit  ein Bodeninformationssystem (BIS) zu führen, das die von den Ländern erhobenen Daten enthält.

Das Bodeninformationssystem des Bundes (BIS) dient der Erfassung, Bewertung und Darstellung von Informationen zu Böden, Bodenfunktionen, Bodenzustand, Bodenbelastung sowie dem Ein- und Austrag von Stoffen. Die Grundlage zur Datenzusammenstellung bildet eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern.

Das Bodeninformationssystem stellt einen Verbund von Fachinformationssystemen (FIS) dar, die in unterschiedlichen Behörden geführt und fortgeschrieben werden:

Fachinformationssystem Bodenkunde der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

Die BGR berät die Bundesregierung und alle nachgeordneten Behörden auf dem geowissenschaftlichen Sektor und in rohstoffwirtschaftlichen Fragen. Dazu gehört die Entwicklung von fachbezogenen Informationssystemen, insbesondere im Bereich Bodenkunde, Geologie und Hydrogeologie.

Ergebnisse von bodenkundlichen Kartierungen bilden die geowissenschaftliche Basis für Informationen über den Zustand, die Risiken und Nutzungspotenziale von Böden.

Die Flächendatenbank enthält die kompletten Geometrie- und Sachdaten der in Bodenkarten ausgewiesenen Flächeneinheiten. (z.B. Bodenübersichtskarte 1:200.000, Bodenübersichtskarte 1:1.000.000 und Bodenregionen Europas 1:5.000.000).

In der Labor- und Profildatenbank werden die im Labor gewonnenen Messergebnisse sowie alle Profildaten aus Geländekartierungen gespeichert. Derzeit umfasst dieser Datenbestand ca. 35.600 Bodenprofile und ca. 1.9 Mill. Analysedaten aller Bundesländer.

Die Methodenbank stellt Verfahren zur Ableitung einfacher und komplexer bodenkundlicher Kennwerte bereit (Pedotransferfunktionen, z.B. effektive Durchwurzelungstiefe (We), Pedotransferregeln, z.B. potenzielle Erosionsgefährdung durch Wasser).

Derzeit erfolgt eine Web-basierte Weiterentwicklung des FISBo BGR, die eine Kopplung von Bodenbasisdaten und Auswertungsmethodik im Internet verfügbar macht. Insbesondere Themenkarten auf der Basis der BÜK200 (z.B. Tiefe des effektiven Wurzelraums (We), Hintergrundwerte für Schwermetalle) können anwenderfreundlich abgefragt werden.

Fachinformationssystem Bodenschutz (bBIS-UBA)

Während die geowissenschaftlichen Daten durch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bearbeitet werden, fallen die Dokumentation und Datenhaltung anthropogener Veränderungen von Böden sowie der Bodenbelastungen in den Zuständigkeitsbereich des Umweltbundesamtes (UBA).

Neben der Stoffdatenbanken STARS existiert am UBA das bBIS, in dem derzeit die Daten zur Bodendauerbeobachtung und die Transferdaten zum Pfad Boden-Pflanze (TRANSFER) geführt werden.

Fachinformationssystem Altlasten (ALIS-UBA)

Am UBA wurde das Altlasteninformationssystem (ALIS) entwickelt. Ziel des Vorhabens war die Schaffung von Werkzeugen zur Ermöglichung der Stoffbewertung, der Standortverwaltung sowie der Ableitung von branchenspezifischen Schadstoffspektren und Analyseplänen.

Das ALIS besteht aus den drei getrennten Anwendungen:

Die Realisierung erfolgte in Kooperation mit Umweltbehörden des Bundes und der Länder. Die Anwendungen ermöglichen eine einheitliche Herangehensweise bei der Altlastenbearbeitung.

Der Aufbau von XUMA- AMOR wurde in Zusammenarbeit der Landesanstalt f. Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) Baden-Württemberg, des Sächsischen Landesamtes für Umweltschutz und Geologie (LfUG) und des Umweltbundesamtes (UBA) unter Mitwirkung des Landesumweltamtes (LUA) Nordrhein-Westfalen realisiert.

Die Entwicklung basiert auf dem Programm XUMA-Analysenplan, das von der LUBW Baden-Württemberg zusammen mit dem Institut für angewandte Informatik des Forschungszentrums Karlsruhe entwickelt wurde.

Die Anwendung ermöglicht die Erstellung von Analyseplänen und die Ableitung des branchenspezifischen Schadstoffspektrums für zivile Branchen, militärische Altlasten und Rüstungsaltlasten. Die Aussagen werden auf Grundlage vorliegender Daten zu Produktionsverfahren, Prozessabläufen bzw. Nutzungen, dabei eingesetzten Stoffe, Zwischen- und Abfallprodukten, zeitlichen Bezügen und medienbezogenen Parametern getroffen.

Die ALV Datenbank dient der Erfassung und Verwaltung von Daten zu altlastverdächtigen Standorten und deren Teilflächen. Es bestehen Datenmasken zu den Themen:

Ergänzt werden die in XUMA-AMOR abgebildeten Analyseparameter und die in ALV vorhandenen Standortinformationen durch die in der Datenbank STARS abgelegten allgemeinen Informationen zu Stoffdaten.

Bodeninformationssystem des Bundes (BIS)
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