Großprojekt: Leuna                                           
Kurzbeschreibung:
Lage Das Werksgelände befindet sich ca. 5 km südlich des Stadtzentrums von Merseburg und grenzt unmittelbar an Merseburg-Süd. Es wird im Norden von der Bahnlinie Halle-Weißenfels, im Nordosten von der Ortschaft Leuna und im Südosten von der Ortschaft Spergau begrenzt. Im Westen wird das Gelände durch die Bundesstraße 91 Merseburg-Weißenfels flankiert. Im südlichen und westlichen Umfeld der Leuna-Werke unterliegt die Fläche einer landwirtschaftlichen Nutzung 
( i. w. Getreideanbau ). Die Flächenausdehnung der Leuna-Werke AG beträgt ca. 4,5 km in Nord-Süd-Richtung und im Mittel ca. 2,3 km in Ost-West-Richtung. Hieraus ergibt sich eine Gesamtfläche von ca. 5 km², wobei ein Drittel der Fläche durch die Abraumhalde ( sog. Leunahalde ) eingenommen wird. Das Gelände umfaßt Flurstücke der Gemarkung Leuna, Spergau und Merseburg.
Historie Am 25. 05. 1916 erfolgt der Baubeginn des Ammoniakwerkes Merseburg als Zweigbetrieb der BASF Ludwigshafen. Im April 1917 beginnt die Ammoniakwasser-Herstellung. 1920 wird das Zweigwerk der BASF in die Ammoniakwerke Merseburg GmbH umgewandelt. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges werden Anlagen zur Herstellung von Methanol, Synthesegas in Winkler-Generatoren, Kraftstoffen und Flugbenzinen auf Braunkohlebasis und Isobutylöl-Synthese, Methylamine, Sonderschmieröle, Caprolaktam und Tenside in Betrieb genommen.Nach der Übernahme durch die sowjetische Aktiengesellschaft und der späteren Umwandlung in das VEB Leuna-Werke "Walter Ulbricht" wurden bis in die 90er Jahre umfangreiche Produkterweiterun-gen eingeführt:Kunststoffproduktion auf Polyamid- und Polyethylenbasis, Umstellung auf den Rohstoff Erdöl durch die Inbetriebnahme der Pipeline Schwedt-Leuna sowie 1991 Errichtung einer Claus-Anlage zur Schwefelgewinnung.
Gefährdungssituation Hauptkontaminationsquellen für die großflächige Grundwasserbelastung durch die Leuna-Werke AG sind die Leichtölentladung, die Minoltankwagen-Beladung und die Tankanlagen im Werk 2 sowie mehrere lokal begrenzte Bodenkontaminationen im Werksgelände, die als Hauptkontaminanten die Stoffe Mineralölprodukte, Phenole, PAK, BTEX, Schwermetalle und im Bereich der Tankanlagen MTBE aufweisen. Die über den Belastungspfad Boden-Grundwasser eingedrungenen Schadstoffe gefährden die Wasserfassung Daspig und Brauchwasserfassungen in den Ortschaften Leuna und Spergau