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Anorganische Stoffe / Stoffgruppen


Arsen

Auswahlkriterium
Arsen ist ein toxischer Stoff aus der Gruppe der Metalle und Halbmetalle, der bei punktuellen Schadstoffquellen sowohl bei Altablagerungen als auch in verschiedenen Branchen typischerweise häufig im Grundwasser nachgewiesen wird. Arsen wird in mehreren Verordnungen und Regelwerken genannt.
Mobilität: gering
Arsen besitzt in Abhängigkeit von der Bindungsform sowie der pH- und Redoxverhältnisse z.T. eine hohe Wasserlöslichkeit, ist jedoch meist gut sorbierbar.
Transformationspotenzial: kein
Arsen ist als Elementarstoff prinzipiell nicht transformierbar. Eine reversible Immobilisierung (z.B. Ausfällung mit Eisenoxiden) ist möglich.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial: mittel
Aufgrund der geringen Mobilität und des fehlenden Transformationspotenzials wird Arsen ein mittleres Ausbreitungspotenzial zugeordnet.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Arsen zeigt vor allem bei Sonderabfalldeponien (Deponien ohne ausreichende Sicherungseinrichtungen) ein erhöhtes Emissionspotenzial. Weiterhin tritt es in geringen Mengen in verschiedenen Branchen als Haupteinsatzstoff auf, z.B. bei der Eisen- und Stahlerzeugung, Galvanik, Lederindustrie, Glasindustrie und in Holzschutzmitteln.

Bor

Auswahlkriterium
Bor tritt häufig in erhöhten Konzentrationen vor allem im Abstrom von Altablagerungen (Hausmülldeponien) auf und ist daher ein typischer Indikatorstoff. Der Nachweis von Bor in erhöhter Konzentration ist ein Anzeiger dafür, dass möglicherweise weitere Schadstoffe im Grundwasser vorhanden sind.
Mobilität: mittel
Borsalze zeigen in der Regel eine hohe Wasserlöslichkeit, jedoch ist Bor meist gut sorbierbar.
Transformationspotenzial: kein
Bor ist als Elementarstoff prinzipiell nicht transformierbar.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial: hoch
Aufgrund der mittleren Mobilität und des fehlenden Transformationspotenzials wird Bor ein hohes Ausbreitungspotenzial zugeordnet.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Bor tritt vor allem aus Hausmüll- und Sonderabfalldeponien (Deponien ohne ausreichende Sicherungseinrichtungen) in größeren Mengen aus. Weiterhin tritt es in geringen Mengen in verschiedenen Branchen als Haupteinsatzstoff auf, z.B. in der Lederindustrie und in Holzschutzmitteln.

Kalium

Auswahlkriterium
Kalium tritt häufig in erhöhten Konzentrationen vor allem im Abstrom von Altablagerungen (Hausmülldeponien) auf und ist daher ein typischer Indikatorstoff. Der Nachweis von Kalium in erhöhter Konzentration ist ein Anzeiger dafür, dass möglicherweise weitere Schadstoffe im Grundwasser vorhanden sind.
Mobilität: hoch
Kalium besitzt eine hohe Wasserlöslichkeit.
Transformationspotenzial: kein
Kalium ist als Elementarstoff prinzipiell nicht transformierbar.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial: hoch
Aufgrund der hohen Mobilität und des fehlenden Transformationspotenzials wird Kalium ein hohes Ausbreitungspotenzial zugeordnet.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Kalium tritt vor allem aus Hausmüll- und Sonderabfalldeponien (Deponien ohne ausreichende Sicherungseinrichtungen)in größeren Mengen aus. Weiterhin wird es bei der Düngemittelherstellung eingesetzt.

Chrom (VI)

Auswahlkriterium
Chrom (VI) aus der Gruppe der Schwermetalle ist eine toxische und gut wasserlösliche Chromspezies, die bei punktuellen Schadstoffquellen häufig im Grundwasser nachgewiesen wird. Chrom (VI) wird in mehreren Verordnungen und Regelwerken genannt.
Mobilität: gering
Chrom (VI) zeigt im Gegensatz zu Chrom (III) eine hohe Wasserlöslichkeit, jedoch auch eine hohe Sorptionsneigung, die mit abnehmendem pH-Wert ansteigt.
Transformationspotenzial: kein
Chrom VI ist als Elementarstoff prinzipiell nicht irreversibel transformierbar.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial: mittel
Aufgrund der relativ geringen Mobilität und des fehlenden Transformationspotenzials wird Chrom (VI) ein mittleres Ausbreitungspotenzial zugeordnet.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Chrom wird vor allem in folgenden Branchen als Haupteinsatzstoff eingesetzt: Stahlindustrie, Oberflächenveredelung, Farben- und Lackherstellung, Lederindustrie, Textilindustrie, Holzimprägnierung, NE-Metallgewinnung und -verhüttung. Weiterhin kann es verstärkt aus Sondermülldeponien (vor 1972) und aus Bauschuttdeponien emittieren.

Zink

Auswahlkriterium
Zink ist ein toxischer Stoff, der bei punktuellen Schadstoffquellen häufig im Grundwasser in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen wird. Zink kann häufig als Leitsubstanz für eine Schwermetallbelastung im Grundwasser verwendet werden. Zink wird in mehreren Verordnungen und Regelwerken genannt.
Während reines Zink als nicht wassergefährdend gilt, sind seine Verbindungen z. T. stark wassergefährdend (Bsp.: Zinkarsenat, Zinkcyanid = Wassergefährdungsklasse 3).
Mobilität: mittel
Zink besitzt in Abhängigkeit von der Bindungsform z.T. eine hohe Wasserlöslichkeit, ist jedoch häufig gut sorbierbar.
Transformationspotenzial: kein
Zink ist als Elementarstoff prinzipiell nicht transformierbar.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial: hoch
Aufgrund seiner mittleren Mobilität und seines fehlenden Transformationspotenzials wird Zink ein hohes Ausbreitungspotenzial zugeordnet.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Zink wird vor allem in folgenden Branchen als Haupteinsatzstoff eingesetzt: Galvanik, Batterien und Akkumulatoren, Farben- und Lackherstellung, Lederindustrie, Textilindustrie, Glasindustrie, NE-Metallgewinnung und -verhüttung. Weiterhin kann es verstärkt aus Sondermülldeponien sowie aus Bauschutt- und Hausmülldeponien (Deponien ohne ausreichende Sicherungseinrichtungen) emittieren.

Cyanid

Auswahlkriterium
Cyanide besitzen ein hohes Toxizitätspotenzial und werden wegen ihrer z.T. hohen Wasserlöslichkeit häufig im Grundwasser nachgewiesen. Cyanidverbindungen gehören überwiegend der Wassergefährdungsklasse 3 = stark wassergefährdend an. Cyanide werden in mehreren Verordnungen und Regelwerken genannt.
Mobilität: mittel
Cyanide besitzen in Abhängigkeit von der Bindungsform z.T. eine hohe Wasserlöslichkeit, sind jedoch z.T. gut sorbierbar. Cyanid-Fahnen großer Ausdehnung sind nicht bekannt.
Transformationspotenzial: gering
Cyanide sind prinzipiell aerob und anaerob abbaubar, jedoch erschwert ihre hohe Toxizität meist eine Transformation.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial:
Aufgrund seiner mittleren Mobilität und seines meist geringen Transformationspotenzials wird Cyanid ein mittleres Ausbreitungspotenzial zugeordnet.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Cyanide werden vor allem bei der Galvanisierung eingesetzt und treten an ehemaligen Gaswerksstandorten auf. Weiterhin können sie verstärkt aus Sonderabfalldeponien (Deponien ohne ausreichende Sicherungseinrichtungen) austreten.

Sulfat

Auswahlkriterium
Sulfat tritt häufig in erhöhten Konzentrationen vor allem im Abstrom von Altablagerungen (Bauschutt- und Hausmülldeponien) auf und ist daher ein typischer Indikatorstoff. Der Nachweis von Sulfat in erhöhter Konzentration ist ein Anzeiger dafür, dass möglicherweise weitere Schadstoffe im Grundwasser vorhanden sind.
Mobilität: hoch
Sulfate besitzen in der Regel eine hohe Wasserlöslichkeit.
Transformationspotenzial: kein
Sulfat kann bei niedrigen Redoxpotenzialen bakteriell zu Sulfid reduziert werden. Dieses wird meist als Metallsulfid ausgefällt und ist prinzipiell wieder zu Sulfat oxidierbar.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial: hoch
Aufgrund der hohen Mobilität und des fehlenden Transformationspotenzials wird Sulfat ein hohes Ausbreitungspotenzial zugeordnet.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Hauptemissionsflächen für Sulfat sind Bauschutt-, Haus- und Sonderabfalldeponien (Deponien ohne ausreichende Sicherungseinrichtungen).

Chlorid

Auswahlkriterium
Chlorid tritt häufig in erhöhten Konzentrationen vor allem im Abstrom von Altablagerungen (Hausmülldeponien) auf und ist daher ein typischer Indikatorstoff. Der Nachweis von Chlorid in erhöhter Konzentration ist ein Anzeiger dafür, dass möglicherweise weitere Schadstoffe im Grundwasser vorhanden sind.
Chlorid tritt ebenfalls im Bereich von Abraumhalten des Salzbergbaus und der Kavernennutzung auf.
Mobilität: hoch
Chloride sind in der Regel sehr gut wasserlöslich.
Transformationspotenzial: kein
Chlorid ist als Elementarstoff prinzipiell nicht transformierbar.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial: hoch
Aufgrund der hohen Mobilität und des fehlenden Transformationspotenzials wird Chlorid ein hohes Ausbreitungspotenzial zugeordnet.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Hauptemissionsflächen für Chloride sind Bauschutt-, Haus- und Sonderabfalldeponien (Deponien ohne ausreichende Sicherungseinrichtungen).

Ammonium

Auswahlkriterium
Ammonium tritt häufig in erhöhten Konzentrationen vor allem im Abstrom von Altablagerungen (Hausmülldeponien) auf und ist daher ein typischer Indikatorstoff. Der Nachweis von Ammonium in erhöhter Konzentration ist ein Anzeiger dafür, dass möglicherweise weitere Schadstoffe im Grundwasser vorhanden sind.
Weiterhin tritt es typischerweise an ehemaligen Gaswerksstandorten auf. Ammonium zeigt eine toxische Wirkung.
Mobilität: hoch
Ammoniumsalze zeigen in der Regel eine gute Wasserlöslichkeit. Ammonium nimmt in großen Mengen am Kationenaustausch teil.
Transformationspotenzial: mittel
Ammonium kann aerob zu Nitrat oxidiert werden. Anaerob erfolgt keine Umsetzung.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial: mittel
Aufgrund der hohen Mobilität und des mittleren Transformationspotenzials wird Ammonium ein mittleres Ausbreitungspotenzial zugeordnet. Ammonium-Fahnen großer Ausdehnung sind nicht bekannt.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Ammonium tritt vor allem an ehemaligen Gaswerksstandorten auf und wird bei der Herstellung von Handelsdünger eingesetzt. Weiterhin tritt es verstärkt aus Hausmüll- und Sonderabfalldeponien (vor 1972) aus.

Nitrat

Auswahlkriterium
Nitrat ist überwiegend bei diffusen Schadstoffquellen relevant, kann jedoch z.T. auch bei punktuellen Schadstoffquellen eine Rolle spielen. Nitrat ist ein toxischer Stoff.
Mobilität: hoch
Nitrat zeigt in der Regel eine hohe Wasserlöslichkeit.
Transformationspotenzial: mittel
Aerob erfolgt keine Umsetzung. Anaerob kann Nitrat zu Ammonium umgewandelt oder über Nitrit zu molekularem Stickstoff mineralisiert werden.
Stoffspezifisches Ausbreitungspotenzial: hoch
Aufgrund der hohen Mobilität und des mittleren Transformationspotenzials wird Nitrat ein hohes Ausbreitungspotenzial zugeordnet.
Branchenspezifisches Emissionspotenzial
Ein erhöhtes Emissionspotenzial für Nitrat aus punktförmigen Schadstoffquellen ist vor allem bei der Herstellung von Handelsdünger gegeben. Weiterhin kann Nitrat verstärkt aus Hausmülldeponien (Deponien ohne ausreichende Sicherungseinrichtungen) austreten.


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