Letzte Änderung: 04.05.2007
In einem Forschungsprojekt „Umwelt- und Gesundheitsanforderungen an Bauprodukte – Ermittlung und Bewertung der VOC-Emissionen und geruchlichen Belastungen“ untersuchte die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung in Kooperation mit dem Hermann-Rietschel-Institut der Technischen Universität Berlin insgesamt 50 Bauprodukte. Die Wissenschaftler ermittelten die Emissionen aus Dichtmassen, Lacken, Wandfarben, Holzwerkstoffen, Kunstharzfertigputzen, Ausgleichmassen, Gipskartonplatten, Klebstoffen und Wandbelägen und werteten diese nach dem Schema des Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB-Bewertungsschema) aus.

Abbildung: Vorbereitung einer Probe für die
Prüfkammermessung (Pinselauftrag eines Lackes
auf ein Holzträgermaterial)Das Projekt hatte das Ziel, das Emissionsverhalten von Bauprodukten zu ermitteln und die national und international angewendeten Prüfmethoden zur VOC-Messung zu testen und zu erweitern, um Bauprodukte nach der Vorgehensweise des AgBB sicher gesundheitlich bewerten zu können. Ein Schwerpunkt lag auf der Entwicklung einer Methodik der Geruchsmessung. Diese ist im AgBB-Bewertungsschema zwar vorgesehen, findet jedoch aufgrund eines fehlenden anerkannten Messverfahrens noch keine Anwendung.
Das Messverfahren und die weiteren Untersuchungsergebnisse wurden auf einer Fachveranstaltung am 21. September 2006 in Berlin unter großem Zuspruch des Fachpublikums präsentiert. Die Folien der Vorträge sind auf der Homepage des Hermann-Rietschel-Instituts zu finden und können von dieser Seite heruntergeladen werden.
Eines zeigen die Ergebnisse deutlich: Bauprodukte sind gesundheitlich unbedenklicher, als noch vor einigen Jahren. Aber es gibt auch Handlungsbedarf: 14 Produkte, vorwiegend Dichtungsmassen und Kunstharzfertigputze, überschritten die Anforderungen des AgBB.
Das tatsächliche Emissionsverhalten verschiedener Produktgruppen ist nun bekannt und kann ausreichend beschrieben werden. Auch für die sensorische Bewertung steht ein geeignetes Messverfahren zur Verfügung. In einem Folgeprojekt möchte das Umweltbundesamt das Messverfahren anhand einer ausgewählten Produktgruppe ausreichend erproben, um Anforderungen zur Bewertung von Gerüchen festzulegen.
Schon heute können sich Bauherren und Bauträger auf die freiwillige Kennzeichnung von emissionsarmen Bauprodukten mit dem Blauen Engel verlassen. Die Vergabe erfolgt an Produkte, die anerkannte Labore nach dem AgBB-Bewertungsschema geprüft haben. Die Anforderungen an die Emissionswerte sind allerdings strenger.
Mit Hilfe der Ergebnisse aus dem Projekt ist eine umfangreiche Broschüre entstanden, die Informationen für beabsichtigte Bau- oder Renovierungsmaßnahmen enthält und ausführliche Hinweise, worauf man beim Einkauf achten sollte.