BAU-R-2 Spezifischer Energieverbrauch der privaten Haushalte für Raumwärme

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Eine gute Gebäudeisolierung schützt auch vor sommerlicher Hitze.
Quelle: Rainer Sturm/pixelio.de

Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

BAU-R-2: Spezifischer Energieverbrauch der privaten Haushalte für Raumwärme

Der rückläufige Energieverbrauch für Raumwärme deutet darauf hin, dass in den letzten Jahren neben Verhaltensänderungen und dem zunehmenden Einsatz effizienterer Heizsysteme auch bauliche Maßnahmen zum Wärmeschutz erfolgreich umgesetzt wurden. Diese Maßnahmen haben auch positive Auswirkungen auf den Schutz der Gebäude vor sommerlicher Überhitzung.

Drei Kurven stellen den Spezifischen Energieverbrauch der privaten Haushalte für Raumwärme für die Jahre zwischen 2000 und 2013 dar.
Der Energieverbrauch für Raumwärme ist in den letzten Jahren deutlich gesunken.
Quelle: Umweltbundesamt
 

Klimaangepasste Gebäude – die Hitze bleibt draußen

Eine klimagerechte städtebauliche Gestaltung, die inner-städtisches Grün bewahrt und ausweitet, ist ein Weg, um Wärmebelastungen vorzubeugen oder sie zumindest zu mindern. Andere Maßnahmen setzen direkt am Gebäudebestand an.

Um eine Überwärmung von Innenräumen zu vermeiden, kommt in wärmeren Klimazonen vielfach eine aktive technische Kühlung von Wohn- und Arbeitsstätten zum Einsatz. In den heißen Sommern der Jahre 2003 und 2006 war diese Reaktion auch in Deutschland zu beobachten: Der Verkauf mobiler Klimaanlagen zur aktiven Kühlung von Wohnungen und Häusern stieg außergewöhnlich stark an. Allerdings ist die Nutzung von Klimaanlagen mit einem höheren Stromverbrauch verbunden, der wiederum zu einem verstärkten CO2-Ausstoß führt, solange das Energiesystem noch zum größeren Teil auf fossilen Energien beruht. Bemühungen um den Klimaschutz laufen diese Maßnahmen daher zuwider. Hinzu kommt, dass die Abluft der Klimaanlagen lokal an ihrem Einsatzort die Stadtatmosphäre erwärmt und damit die bioklimatischen Belastungen verstärken kann. Maßnahmen der passiven Kühlung sollten aus diesem Grund sowohl bei der Sanierung des Gebäudebestands als auch beim Neubau größere Priorität genießen.

Um das Innenraumklima zu sichern und baulich vor Sommerhitze zu schützen, müssen Bauherren und Architekten zwei Strategien gleichzeitig verfolgen: Sie lassen eine Erwärmung innerhalb des Gebäudes erst gar nicht zu, und sie führen die vorhandene Wärme nach draußen ab. Letzteres lässt sich z. B. durch natürliche Lüftungs- und Ventilationssysteme, eine kontrollierte nächtliche Lüftung oder eine antizyklische Speicherung bzw. Abgabe von Wärme bzw. Kälte erreichen. Möglichkeiten für einen vorbeugenden sommerlichen Wärmeschutz bestehen beispielsweise darin, Fensterflächenanteile und Gebäudeausrichtung sorgfältig zu planen, außen liegende Verschattungselemente und Sonnenschutzgläser einzusetzen, Gebäudefassaden und -dächer zu begrünen oder Gebäude mit einer guten Wärmedämmung zu versehen und hohe energetische Baustandards einzuhalten.

Die Maßnahmen des baulichen Wärmeschutzes verringern auch die für Heizung und Kühlung von Gebäuden eingesetzte Energie. Zusammen mit effizienzsteigernden Maßnahmen und verhaltensbedingten Einsparungen, die aus einem gestiegenen Kosten- und Umweltbewusstsein resultieren, schlagen sie sich in einem deutlich verringerten Energieverbrauch der privaten Haushalte für Raumwärme nieder. Dieser ist also ein Anzeichen dafür, dass sich auch die Voraussetzungen für kühlere Innentemperaturen während Hitzeperioden verbessert haben.

Die erfolgreiche Umsetzung der genannten Maßnahmen wird am temperaturbereinigten, d. h. am rechnerisch auf einen mittleren bundesweiten Verlauf der Lufttemperatur angepassten Verbrauch von Heizenergie ablesbar. Im Jahr 2000 wendeten die Haushalte temperaturbereinigt noch mehr als 580 Terawattstunden Heizenergie auf, bis zum Jahr 2012 ging der Energieverbrauch auf unter 470 Terawattstunden zurück. Bezogen auf die Wohnfläche, die im gleichen Zeitraum deutlich zunahm, bedeutet das einen signifikanten Rückgang des temperaturbereinigten Energieverbrauchs für Raumwärme um über 25 %.

 

Schnittstellen

BAU-­R­-1: Erholungsflächen

BAU-R-3: Fördermittel für klimawandelangepasstes Bauen und Sanieren

 

Ziele

Stärkere Anpassung an höhere durchschnittliche Sommertemperaturen und zwischenzeitlich längere Hitzeperioden in der Gebäudeplanung und Gebäudetechnik (DAS, Kap. 3.2.2)