Ausschreibung: Artist in Residence-Stipendium auf der Insel Vilm

Zwei Fotos in einer Collage: Küste von Vilm und kleines Landstück mit Häusernzum Vergrößern anklicken
Impressionen von Vilm
Quelle: Ralf Grunewald

Neue Ansichten! Kunst – Kultur – Wissenschaft – Nachhaltigkeitspolitik im Dialog

Können Kunst und Kultur den Wandel hin zu einer nachhaltigen und damit zukunftsfähigen Gesellschaft befördern? Und lassen sich ökologische Fragestellungen in der künstlerischen Praxis und in kulturpolitischen Konzeptionen verankern? Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Umweltbundesamt (UBA) schreiben erstmalig im Rahmen eines Forschungsvorhabens ein Aufenthaltsstipendium für Kunstschaffende aus. Das Stipendium umfasst einen insgesamt sechswöchigen Arbeitsaufenthalt auf der Insel Vilm bei Rügen und richtet sich an Kunstschaffenden aus den Sparten Bildende Kunst einschließlich Performances, Installationen, Fotografie sowie Literatur und Musik. Der Beginn des Aufenthaltsstipendiums ist für Anfang Juni 2017 geplant. Eine prominent besetzte Jury wählt unter den eingereichten Bewerbungen die Stipendiaten aus.

Kultur der Nachhaltigkeit
Kunst und Kultur können nicht nur Identität erzeugen, Orientierung bieten und Sinn stiften. Sie können und sollen aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen reflektieren, Transformationsprozesse kritisch begleiten und neue Perspektiven, Denkweisen und Modelle aufzeigen, wie wir unsere Gesellschaft besser und anders organisieren. Insofern ist das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung im Kern eine kulturelle Herausforderung, denn es setzt eine grundlegende Überprüfung bisheriger Normen, Werte und Praktiken in allen Gesellschaftsbereichen voraus.

Zur kulturellen Dimension der Nachhaltigkeit liegen derzeit noch geringe theoretische und praktische Ansätze vor. Das Bundesumweltministerium will gemeinsam mit dem Umweltbundesamt einen Dialog anstoßen zwischen Kunstpraxis und Kulturpolitik sowie Wissenschaft und Nachhaltigkeitspolitik. Ziel des Vorhabens ist es, neue Kommunikationsformate zur Kultur der Nachhaltigkeit im Sinne der Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und der von den Vereinten Nationen beschlossenen „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ zu entwickeln und Anknüpfungspunkte kultureller Diskurse und künstlerischer Praxis an die Nachhaltigkeitspolitik aufzuzeigen.

Vilm: Insel der Inspiration, Reflexion und des Erfahrungsaustausches
Ausgangsort und Startpunkt für den Dialog zwischen Kunst, Kultur, Wissenschaft und Nachhaltigkeitspolitik ist die Insel Vilm. Die Insel ist Bestandteil des Biosphärenreservats Südost-Rügen und repräsentiert die unvergleichliche Vielfalt und Schönheit der Natur in ihrer ursprünglichen Form. Seit zweihundert Jahren kommen Künstler, Forscher und Naturfreunde nach Vilm, um die Natur zu erleben und Inspiration für ihre Arbeit zu finden. Seit 1990 betreibt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) dort  eine Außenstelle, zu der die Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm (INA) gehört. Die INA fungiert als Ideenschmiede, internationales Trainingszentrum und Ort des Erfahrungsaustausches zum Schutz der Natur. An den zahlreichen Veranstaltungen nehmen Experten aus dem In- und Ausland teil. Neben der Akademie sind  die Abteilung „Meeresnaturschutz“ und die Arbeitseinheit „Biologische Vielfalt“ Teil der Außenstelle des BfN. Die Insel ist eine der Kernzonen des Biosphärenreservats Südost-Rügen. Dadurch ist nur ein Teil der Insel zugänglich.

Artist in Residence-Programm auf Vilm
Die Stipendiaten –  aus Literatur und Musik jeweils eine/r, aus der Gattung Bildende Kunst maximal zwei – verbringen in dem Zeitraum Anfang Juni bis Ende August 2017 einen maximal sechswöchigen (2 x 3 Wochen)  Arbeitsaufenthalt in den Räumlichkeiten der Internationalen Naturschutzakademie (INA) auf Vilm. Dort haben sie die Möglichkeit, an der inhaltlichen Ausgestaltung eines künstlerischen Konzepts zu arbeiten. Es ist vorgesehen, die entstandenen Werke in einer für 2019 geplanten Gruppenausstellung in Berlin zu zeigen oder in das Begleitprogramm zur Ausstellung zu integrieren.

Während des Arbeitsaufenthalts auf Vilm können die Stipendiaten an den öffentlichen Veranstaltungen der INA teilnehmen und den Dialog mit den dort anwesenden Arbeitseinheiten des Bundesamtes für Naturschutz suchen. Außerdem sollen sich die Stipendiaten auf Vilm aktiv an einem transdisziplinären Workshop mit Vertretern aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Nachhaltigkeitspolitik beteiligen, der  im Zeitraum 6. bis 9. Juni stattfindet. Darüber hinaus können bei Interesse Kontakte zu Mitarbeitern des BMUB und der zugehörigen Ämter sowie die Teilnahme an Veranstaltungen des BMUB vermittelt werden. Hierfür stehen keine zusätzlichen Reisekosten zur Verfügung.

Das Residence-Programm umfasst die kostenfreie Unterkunft in der INA. Es stehen Einzel- und Doppelzimmer mit Internetanschluss in neun gut ausgestatteten Gästehäusern zur Verfügung. Zusätzliche Arbeitsräume (etwa Ateliers) können leider nicht gestellt werden. Die Förderung beinhaltet einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten in Höhe von 1.400 € brutto pro Monat während des Arbeitsaufenthalts. Zusätzlich werden den Stipendiaten einmalig die Reisekosten (An- und Abfahrt nach/von Vilm) entsprechend einer Bahnfahrt 2. Klasse bzw. bei einer Reisezeit von über 6 Stunden die Flugkosten in der niedrigsten Flugklasse (Economy oder vergleichbare Klasse) erstattet.

Nicht übernommen werden Produktionskosten oder die Finanzierung einer Einzelausstellung oder Aufführung/Publikation eines Werks.

Sämtliche Zahlungen erfolgen durch den Auftragnehmer des gleichnamigen Forschungsvorhabens. Etwaige finanzielle Forderungen der Stipendiaten sind deshalb nicht an das UBA zu richten.

Bewerbung
Die aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen sind bis zum 13. April 2017 ausschließlich per E-Mail einzureichen an neue [dot] ansichten [at] uba [dot] de. Die Bewerbungsmappe (max. 15 MB) beinhaltet:

•    Lebenslauf bzw. künstlerischer Werdegang inklusive einer detaillierten Liste zu Beteiligungen an Ausstellungen (Solo- und Gruppenausstellungen), Werkliste oder Publikationsliste
•    Motivationsschreiben unter Angabe der aktuellen künstlerischen Interessen und Projekte und Darstellung der Erwartungshaltung an das Residence-Programm
•    Darstellung des angestrebten künstlerischen Projekts, das während des Aufenthalts auf Vilm ausgearbeitet werden soll. Und wie soll dieses später realisiert werden? (Eposé von max. 3 Seiten).
•    Eine repräsentative Auswahl eigener Arbeiten, Skizzen etc., Hinweise auf Veröffentlichungen, Internetpräsenz etc. (max. 10 Seiten) auf Deutsch oder Englisch

Ergänzende Unterlagen, etwa Kataloge, sind ausreichend frankiert zu senden an:
Umweltbundesamt, Fotini Mavromati, Kunstbeauftragte, Wörlitzer Platz 1,
06844 Dessau-Roßlau

Für die Ausarbeitung der Bewerbungen wird keine Vergütung gewährt. Alle eingehenden Bewerbungen werden unter Beachtung des Datenschutzes behandelt. Eine Speicherung von Datenträgern erfolgt nur solange und soweit dies für den Auswahlprozess erforderlich ist. Zugesandte Kataloge werden zurückgesandt.

Fragen zur Ausschreibung beantwortet:
Fotini Mavromati, Tel. 0049 (0) 340 21 03 2318, E-Mail: fotini [dot] mavromati [at] uba [dot] de

Fragen zur Insel Vilm beantwortet:
Dr. Norbert Wiersbinski, Tel. 0049 (0) 38301-86 113, E-Mail: norbert [dot] wiersbinski [at] bfn [dot] de

Teilen:
Artikel:
Drucken Senden
Schlagworte:
 Kunst und Umwelt