Arktische Spirale

Ein Eisbär in der kanadischen Hocharktis im Frühling. Über dem Foto liegt eine grafische Spirale als Symbol für die Ausstellung "Arktische Spirale".zum Vergrößern anklicken
Die visuell-akustische Installation „Arktische Spirale“ macht den Klimawandel räumlich erfahrbar.
Quelle: Dr. Sina Muster

Eine Landschaft, das Klima und der Mensch

30.01. bis 02.03.2014

Die Arktis ist eine der wenigen noch intakten Naturregionen der Erde. Hier finden sich wilde, ursprüngliche Landschaften, die durch ihre Klarheit, Stille und Weite bestechen. Doch die rasante technologische Entwicklung des Menschen hat Folgen für die Arktis. Allen Anzeichen zufolge erwärmt sie sich deutlich schneller als der Rest des Planeten. Bis Ende des Jahrhunderts könnte der arktische Ozean im Sommer eisfrei sein. Änderungen im arktischen Klima blieben nicht ohne Folgen für unsere zivilisierte Welt. Eine warme Arktis könnte ein kaltes Europa bedeuten.

Mit der multimedialen Rauminstallation „Arktische Spirale“ machen die Polarforscherin Sina Muster, Alfred-Wegener-Institut, und die Bühnenbildnerin Geertje Jacob die Verbindung zwischen Landschaft, Klima und Mensch begehbar und begreifbar. Der Weg entlang der Spirale beschreibt die Reise in die kanadische Hocharktis und ist mit Bildern und Informationstafeln gesäumt. Diese sind Ergebnis dreier wissenschaftlicher Expeditionen nach Polar Bear Pass auf Bathurst Island und sollen das Landschaftserlebnis und die wissenschaftliche Erforschung des Klimawandels in dieser Region vermitteln. Vereinzelt eingespielte Naturgeräusche verstärken die Stille des Ortes. Die informativ-wissenschaftliche und visuell-akustische Installation verwandelt das Thema Klimawandel in eine räumliche Erfahrung.

Kühlschrank der Erde: Der kühlende Effekt der Arktis basiert auf dem Gleichgewicht zwischen Gefrorenem und Getautem – zwischen Eis und Wasser – im Boden, in Flüssen und Seen und im Meer. Schnee, Eis und Permafrost reagieren extrem sensibel auf Temperaturveränderungen. Unsere Treibhausgasemissionen sind der Motor für die arktische Erwärmung – mit gravierenden Folgen für Umwelt, Zivilisation und das künftige Erdklima. Denn die arktischen Böden enthalten doppelt so viel Kohlenstoff, wie derzeit in der Atmosphäre kursiert. Beim Auftauen der Permafrost-Böden werden nach und nach Kohlendioxid und das noch stärkere Treibhausgas Methan freigesetzt.
 
Das Umweltbundeamt zeigt die Ausstellung „Arktische Spirale“ in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Zur Eröffnung der Ausstellung laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Wann:

Donnerstag, 30.01.2014, 18.00 Uhr

Wo:

Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau

Mit:

Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident Umweltbundesamt
Begrüßung

Prof. Dr. Bernhard Diekmann, Stellvertretender Sektionsleiter, Alfred-Wegener-Institut
Arktisforschung im 21. Jahrhundert

Sina Muster, Geertje Jacob, Ausstellungsmacherinnen
Einführung in die „Arktische Spirale“

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 9.00 – 18.00 Uhr
Samstag bis Sonntag: 9.00 – 16.00 Uhr

Eintritt frei

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Quelle: Regionalfernsehen Anhalt RAN1 vom 30.01.2014

RAN1: Arktische Spirale

Audio


Permafrostboden taut und beschleunigt Klimawandel

Die globale Erwärmung bringt nicht nur die Gletscher zum Schmelzen. In der Arktis taut auch der Permafrostboden – dabei werden große Mengen Treibhausgase freigesetzt. Wo der Boden bislang ganzjährig gefroren war, finden sich jetzt häufig Sumpflandschaften. Das könnte den Klimawandel beschleunigen. Denn in den Permafrost-Böden stecken große Mengen Kohlenstoff. Taut der Permafrost, dann wird dieser Kohlenstoff in Treibhausgase verwandelt, die die globale Erwärmung zusätzlich ankurbeln.

Hans-Wolfgang Hubberten erforscht die Permafrostböden der Arktis seit Jahrzehnten. Er leitet die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung und erklärt Green Radio, warum tauender Permafrost eine große Gefahr für das globale Klima ist.

Quelle:
Green Radio / Detektor.fm
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Schlagworte:
 Kunst und Umwelt  Arktis  Arktische Spirale